Archäologischer Wanderweg A3

Wanderroute: Vent – Rofenhöfe – Hochjoch - Kurzras

Höhenprofil Archäologischer Wanderweg A3 Ötztal - Schnalstal - Südtirol © Kulturverein Schnals
Höhenprofil Archäologischer Wanderweg A3 Ötztal - Schnalstal - Südtirol © Kulturverein Schnals
Von Vent (1896 m) steigen wir hinauf zu den Rofenhöfen (2014 m), der höchstgelegenen Dauersiedlung in ganz Tirol. Von diesen Höfen mußten sich die Bauern früher einmal jährlich auf den Weg machen nach Meran, der damaligen Hauptstadt von Tirol, um ihre Abgabe, nämlich eine bestimmte Menge Käse, an das Kelleramt zu leisten. Auch auf dem Weg zu diesen Höfen kommen wir an einer archäologischen Fundstelle vorbei (Stele).
Im weiteren Aufstieg gelangen wir schließlich zum Schutzhaus Hochjochhospiz (2412 m). Der Neubau wurde notwendig, nachdem die alte Schutzhütte am Gegenhang von einer Lawine weggefegt worden war; nach einem in das Jahr 1750 zurück reichenden Recht bringen die Hirten an diesen Ruinen aber immer noch das Salz für ihre Tiere aus. Auf einem Steg überqueren wir den wild schäumenden Bergbach und steigen weiter auf über Geröll, das die Gletscher in Jahrtausenden hier abgelagert haben. Wir haben hier zwei Wegvarianten zur Wahl bis zum Schutzhaus Schöne Aussicht (2842 m): entweder hoch oben am Hang, vorbei an den heute nicht mehr genutzten Hütten der Grenzwache, oder im Talgrund bis zum Gletscher und über diesen ansteigend, auf jenem Weg also, den die Hirten mit ihren Schafen seit Jahrhunderten schon bei ihrer alljährlichen Almwanderung nehmen. In beiden Fällen gelangen wir zum Schutzhaus Schöne Aussicht und schließlich zum Hochjoch.
Silex-Funde - Archäologischer Wanderweg A1 Schnalstal - Südtirol © Kulturverein Schnals
Silex-Funde - Archäologischer Wanderweg A1 Schnalstal - Südtirol © Kulturverein Schnals
Im Aufstieg zum Joch haben wir all die Gipfel vor uns, die Finailspitze und Grawand umrahmen, an der die Aufstiegsanlagen für den Skilauf gut zu erkennen sind.
Der Abstieg nach Kurzras führt über einen bequemen Saumpfad, den Serafin Gurschler 1863 erbauen hat lassen; dieser Bauer und Gastwirt hat bereits im Jahr 1870 um die Bewilligung zur Führung einer Gastwirtschaft auf seinem Hof angesucht - und sie auch erhalten. Festgehalten werden muß aber, daß es zu dieser Zeit noch keine Fahrstraße durch das Tal hinaus in den Vinschgau gab! Auf dem
Weiterweg gelangen wir bald in eine wasserreiche Senke, in der archäologische Funde getätigt worden sind (Stele). Hier werden wohl prähistorische Jäger ihrer Beute aufgelauert haben, und es bestätigt sich die Redeweise: "Man muß den Spuren der Tiere folgen, um jene des Menschen zu finden".
Archäologischer Wanderweg A3 Schnalstal - Südtirol © Kulturverein SchnalsUnten im Talgrund ist nun bereits der Hotelkomplex von Kurzras (2011 m) gut zu erkennen, den wir in kurzer Zeit erreichen werden.
Bevor wir aber wieder vollständig eintauchen in die "zivilisierte Welt", sollten wir noch der Wegmarkierung folgen und nach rechts abbiegen zum Eingang des Langgrubtales: kurz nach einer Trockenmauer sind an einer Felsplatte mehrere Schalen zu erkennen (Stele).

Wissenswertes: Der Schafauftrieb

Das Votivbild aus dem Jahr 1694 erinnert an einen gut überstandenen Unfall auf dem Gletscher.
Das Votivbild aus dem Jahr 1694 erinnert an einen gut überstandenen Unfall auf dem Gletscher.
Die Behauptung, daß bereits zur Zeit des Mannes aus dem Eis Schafe durch diese Gegend getrieben worden sind, dürfte wohl etwas gewagt sein, auch weil nach derzeitigem Wissensstand an Mumie und Ausrüstung keinerlei Spuren von Schafhaaren gefunden worden sind. Dieser spektakuläre Almauftrieb reicht aber sicher sehr weit zurück, viel weiter als jene frühen Urkunden, die ihn erstmals belegen. So etwa jene vom 13. Januar 1357, die den Bewohnern des Schnalstales die Weiderechte auf den Almen am Rofenberg im Ötztal bestätigt. Auch in späteren Dokumenten wird immer wieder darauf Bezug genommen, so etwa in jenem vom 4. November 1415, das nach einem Spruch des Richters von Meran die Aufteilung der Almen zwischen Vent und dem Niederjoch regelt. Aus der gleichen Urkunde geht hervor, daß auch Pferde über die Ferner getrieben wurden. Bis ins 19. Jahrhundert herauf haben sogar Rinder den Alpenhauptkamm überquert. Daneben verfügen wir aber über einen weiteren interessanten Beleg zu diesem Almauftrieb, ein Votivtäfelchen, aufbewahrt in einem Hof des Tales, auf dem folgender Text zu lesen ist: "1694 hab ich Schaf über das Joch getrieben und bin unversehens in eine Fernerkluft gefallen, deshalb hab ich mich zu Unserer Lieben Frau allhier mit diesem Täfele verlobt, alsdann unverletzt und gnädiglich herausgezogen worden"; dargestellt ist auch der Verunglückte, der mittels Seilen aus einer Gletscherspalte geborgen wird. Und darüber, rechts oben, ist eine Schafherde auf dem Gletscher zu erkennen!
Alljährlich gegen Mitte Juni machen sich so die Schafe aus dem mittleren Vinschgau und aus dem Schnalstal auf den Weg. Den weitesten Weg legen jene aus Laas zurück: ein anstrengender Tagesmarsch führt sie über die kargen Hänge des Sonnenberges nach Talatsch, dann geht es hinein in das Schlandrauntal bis zur Kortscher Alm, wo übernachtet wird. Am zweiten Tag geht der Marsch hinauf zum Taschljöchl, vorbei an den um diese Zeit oft noch eisüberzogenen Kortscher Seen. Hier teilt sich die Herde: ein Teil steigt ab nach Kurzras, der andere nach Vernagt. Der dritte Tag bringt die Überschreitung des Alpenhauptkammes: Hochjoch und Niederjoch; bis in die fünfziger Jahre überschritt eine Herde von etwa 1000 Schafen die Wasserscheide auch durch das Pfossental und über das Gurgler Eisjoch, wo 1744 fünf Hirten und 100 Schafe ums Leben kamen. In jedem Fall sind weite Strecken über Gletscher zurück zu legen, und bei schlechten Witterungsbedingungen waren immer wieder schwere Unfälle und der Verlust von hunderten Schafen zu beklagen, wie es noch 1979 am Niederjoch der Fall war. Solche Vorfälle haben auch Eingang gefunden in Sagen, die über Unfälle und den Tod von Hirten zu berichten wissen. Das Ganze wiederholt sich in umgekehrter Richtung Mitte September, wenn die Schafherden zurück kehren. Vor noch nicht allzulanger Zeit zählten die Herden mehr als 6000 Stück, seit einigen Jahren hat sich die Zahl aber bei etwa 3000 Schafen eingependelt. Dieser Almauftrieb ist bestimmt der spektakulärste unter all jenen, die im Alpenbereich regelmäßig stattfinden, gleichsam ein anachronistisches Relikt aus ferner Vergangenheit, das die Zeiten überdauert hat.

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